28. Okt. 2026
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„Wenn der Rhein nicht schiffbar ist, droht ein Industriekollaps in Deutschland.“
Der Duisburger Hafen ist der größte Binnenhafen der Welt. Die günstige Lage an Rhein und Ruhr lässt ihn zur Logistikdrehscheibe Europas werden Logport1 Auf dem Gelände des ehemaligen Krupp-Werkes wurde Ende der 1990er Jahre ein neuer Logistikstandort aufgebaut. Das Konzept - Trimodalität: Schiff, Bahn, Auto. Bild: Containerschiff in der Einfahrt zum Logport1 Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens ist die Duisburger Hafen AG. Die duisport-Gruppe bietet für den Hafen- und Logistikstandort Full-Service-Pakete. Bild: Ilja Höpping / Stadt Duisburg
Führende Unternehmen der Binnenschifffahrt gründen die Allianz Wasserstraße und fordern einen verbindlichen Ausbauplan ab 2027: Vorrang für den Rhein und eine Niedrigwasserflotte.
„Ohne Binnenschifffahrt ist die deutsche Industrie nicht arbeitsfähig. Die Infrastruktur der wichtigen Wasserwege in Deutschland muss jetzt rasch modernisiert werden, damit Unternehmen weiterhin verlässlich beliefert werden können und der Tourismus nicht einbricht. Mit unserer Agenda Wasserstraße 2035 legen wir einen Plan vor, wie die Zukunft der Wasserstraßen in Deutschland gesichert werden kann“, erklären Steffen Bauer – CEO der HGK, Markus Bangen – CEO von duisport, Michael de Reese – CEO von Rhenus Port Logistics und Thomas Bogler – Vice President von Viking River Cruises.
Führende Unternehmen der Binnenschifffahrt haben sich zur „Allianz Wasserstraße“ zusammengeschlossen, um den Ausbau der Infrastruktur und die Modernisierung der Flotte voranzutreiben.
Die Binnenschifffahrt verbindet die Seehäfen mit den Industriezentren an Rhein, Ruhr, Main, Neckar und Mosel. 2025 transportierte sie mehr als 171 Millionen Tonnen Güter: Erz und Kohle für die Stahlwerke, Mineralöl für die Raffinerien, Rohstoffe für die Chemie, Baustoffe und Agrargüter. Weder die Bahn noch die Straße können diese Mengen aufnehmen. Auch für den Tourismus spielt die Binnenschifffahrt eine wichtige Rolle.
„Die Wasserwege wurden jahrelang vernachlässigt. Die Bundesregierung steuert jetzt richtigerweise um und will investieren“, sagt Markus Bangen, CEO von duisport. Für 2027 sind mehr als 2 Milliarden Euro für Unterhalt und Ausbau vorgesehen. „Dieses Budget muss jetzt vom Bundestag beschlossen und dann schnell in Ergebnisse umgesetzt werden.“
Die Allianz ist besorgt über das Alter der Wasserstraßen-Infrastruktur. Ein Großteil der Schleusen und Wehre ist so marode, dass sie die Binnenschifffahrt massiv beeinträchtigen. „Deutschland kann sich beim Ausbau seiner Wasserstraßen keinen weiteren Stillstand leisten“, sagt Michael de Reese, CEO von Rhenus Port Logistics.
Konkret schlägt die Allianz Wasserstraße fünf neue Prinzipien für den Ausbau vor:
In Clustern planen: Wasserwege mit Häfen, Schleusen und Wehren sollten in zusammenhängenden Clustern geplant und instandgesetzt werden. Die Allianz will gemeinsam mit dem Bund und der Wissenschaft einen Vorschlag entwickeln, wie die Wasserwege in zusammenhängenden Clustern gruppiert werden können.
Flexibles Budget: Künftig sollten die Haushaltsmittel den Clustern statt Einzelprojekten zugeteilt werden. Wenn z. B. ein Schleusenneubau stockt, muss das Budget in andere Projekte, die sofort umgesetzt werden können, fließen. „Wir brauchen diese Flexibilität, damit die Modernisierung die notwendige Geschwindigkeit bekommt“, sagt Thomas Bogler, Vice President Viking River Cruises.
Vorrang für Wirtschaftskraft: Mehr als 80 Prozent des Binnenhafen-Umschlags entfallen auf den Rhein und das westdeutsche Kanalnetz. Die Allianz empfiehlt, dass die Mittel aus dem Sondervermögen vor allem dort investiert werden. „Wenn der Rhein nicht schiffbar ist, droht ein Industriekollaps in Deutschland“, sagt Steffen Bauer, CEO der HGK AG.
Niedrigwasserflotte: Niedrigwasserphasen werden in Zukunft häufiger auftreten und länger anhalten. Zugleich steigt die Hochwassergefahr im Winter. Die Allianz sieht für Deutschland den Bedarf von 250–300 neuen Schiffen, die für Niedrigwasser ausgelegt und future-fuel-ready sind, und fordert ein „Flottenerneuerungsprogramm Binnenschifffahrt 2035“.
Verbindlicher Ausbauplan: Damit die neuen Finanzmittel rasch in Projekte umgesetzt werden können, fordert die Allianz den Bundestag auf, im Zuge der Haushaltsbeschlüsse im November einen konkreten Finanzierungs- und Realisierungsplan, wie es ihn auch für Bahn und Autobahn gibt, zu verabschieden.
Die Gründungsmitglieder der Allianz Wasserstraße e. V. laden weitere Unternehmen ein, sich der gemeinsamen Agenda anzuschließen, um die Zukunft des Systems Wasserstraße zu sichern.
Kontakt:
allianz-wasserstrasse.de
medien@allianz-wasserstrasse.de
Telefon +49 (0)30 232 558 153
Allianz Wasserstraße e. V.
Reinhardtstraße 55, R5212, 10117 Berlin
Kontakt

Andreas Bartel
Pressesprecher & Leiter Unternehmenskommunikation
+49 203 803-4465

Wolfgang Koschny
Pressesprecher / Redakteur
+49 203 803-4239
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